Lovely, Empty Baltimore

Am vergangenen Wochenende stand ein Ausflug nach Baltimore auf dem Plan. Einst zweitgrößter Einwanderungshafen der USA, liefert sich die Stadt mittlerweile ein Kopf an Kopf Rennen mit Detroit, wessen Innenstadt am schnellsten leer ist. Schön war´s trotzdem.
Eine knappe Stunde außerhalb von DC befindet sich die größte Stadt im State Maryland. Bekannt war vorher, dass der Inner Harbor eine Reise wert und drum herum, nicht viel los ist. Also, am Bahnhof angekommen, Kurs Richtung besagtes Hafengelände aufgenommen. Der führt entlang der sich langsam renovierenden Charles Street, die manche grüne Insel samt Denkmal zu bieten hat. Dazu endlich mal wieder ein paar stylische Wolkenkratzer, die in DC aufgrund der Regelung „kein Haus höher als das Capitol“, zumindest von mir, schmerzlich vermisst werden. Ja, ich weiß schon, auch in den Niederungen Ostdeutschlands werden diese mir so schnell nicht begegnen, aber wer hat, der kann.
Der Hafen lud dann in der Tat zum Verweilen ein. Leider überstieg der Eintritt in das Aquarium mein Reisebudget, jedoch hatte ich dafür ausgiebig Gelegenheit, den schicksten Bookstore auf diesem Planeten zu begutachten. Selbiger befindet sich in einem alten Backstein-Speicher, der hübsch herausgeputzt worden ist und im mittleren Geschoss mit dem obligatorischen Starbucks, samt Hafenblick, aufwarten kann.
Wieder heraus aus dem gutsortierten Fachgeschäft suchten wir Little Italy auf der anderen Straßenseite auf. Etwas vom Hunger geplagt, fanden wir einen Pub, dessen Personal und Kundschaft wohl die Vorlage für so manchen Road Movie geliefert haben könnte. Um die Ecke kam dann irgendwie gar nichts mehr; ein paar Häuser, eine breite Straße, keine Menschen, wenige Autos.
Also zurück zum Hafen, einen Smoothie gegönnt und den Blick genossen. Zwischendurch die Hände gewaschen, wobei ich die Zukunft des Händetrockenen nach dem Spülen entdeckt habe. Nein, die Hände werden nicht mehr unter die Heißluft gehalten, sondern in den Automaten gesteckt und gaaaanz langsam rausgezogen. Trocken, sauber, passt.
Anschließend ging es dann zurück zum Bahnhof. Da der Zug ausfiel, bekamen wir von dem freundlichen Mann am Schalter anstandslos unser Geld zurück und mussten nicht etwa eine halbe Stunde auf den nächsten warten und einen Aufschlag zahlen oder länger warten und keinen Aufschlag zahlen. Dafür nahmen wir den Bus, welcher zwei Blocks weiter fuhr. Auf dem Weg dorthin, konnten wir noch das Künstlerviertel entdecken, welches, genau, zwei Blocks lang ist und danach kam dann mal wieder nichts. Naja, außer der Bus und zwar pünktlich.


1 Antwort auf „Lovely, Empty Baltimore“


  1. 1 Conny 03. Juni 2009 um 10:57 Uhr

    Hey, der Trockenautomat ist geili geili geili ,-)

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